Der LTVW trauert - 
unser Gerhard ist nicht mehr !

Der Präsident des Landestauchverbandes Wien,
Ing. Gerhard Röthy, hat am 30. Oktober 2004
im 67. Lebensjahr den Kampf gegen seine jahrelange, schwere Krankheit endgültig verloren. Ein Kampf, den er mit nahezu übermenschlicher Kraftanstrengung und bewundernswertem Willen bis zuletzt geführt hat.

 

Gerhard fand schon früh zum Tauchsport, war in den 60er- und 70er-Jahren Mitglied im TCA und dort sportlich sehr aktiv. Im Jahr 1974 führte ihn sein Weg zum aktiven Wettkampfsport. Er war begeisterter Flossenschwimmer und Orientierungstaucher – v.a. die Langstreckenbewerbe hatten es ihm angetan. Zwischen 1974 und 1976 nahm er an zahlreichen nationalen und internationalen Wettkämpfen in diesen Disziplinen teil. Aber auch nach Ende seiner eigenen aktiven Laufbahn blieb er dem Wettkampfsport treu verbunden und setzte sich mit ganzer Kraft als Funktionär für den Tauchsport ein. 1976 gründete er dann den LTVW und wurde zum Präsidenten gewählt, eine Funktion, die er bis zuletzt innehatte. Jedem von uns wird wohl für immer in Erinnerung bleiben, wie er zu Recht stolz über die Gründung des LTVW erzählte – damals, als ihn Herr RegRat Polaschek vom Sportamt der Gemeinde Wien aufforderte: „Herr Ingenieur, gründen S´ doch einen Verband, dann wär´ vieles einfacher ...“

Als langjähriger, höchst erfolgreicher Präsident des LTVW wurde Gerhard zum Inbegriff der österreichischen und vor allem der Wiener Tauchszene und genoß hohe Popularität wie kein Zweiter. Nicht nur sein Wissen, seine große Erfahrung und seine Einstellung zum Spitzen- und Breitensport innerhalb des LTVW, sondern auch sein unermüdlicher Einsatz und seine Hingabe gaben seinem Namen und seiner Person Gewicht. Einzig und allein ihm ist es zu verdanken, daß der Wiener Tauchsport stets gute Kontakte zur Gemeinde Wien hatte, über genügend Trainingsmöglichkeiten verfügte und die Anliegen des LTVW bei den Wiener Politikern immer ein offenes Ohr fanden. Ganz besonders meisterlich verstand Gerhard es immer wieder, vor allem durch sein großes Verhandlungsgeschick, der Gemeinde Wien vorher nicht budgetierte Sondersubventionen in beträchtlicher Höhe abzuringen, welche dann den Wiener Sportlern zur Verfügung gestellt werden konnten und erheblich zu deren Leistungssteigerung beitrugen.

Gerhard war aber nicht nur dem Wiener Tauchsport verbunden, sondern auch auf Bundesebene tätig. So war er von 1976 bis 1981 Kassier des TSVÖ und leitete dort äußerst erfolgreich die finanziellen Geschicke des Bundesfachverbandes.

Auch war er ein „echter Pioniergeist“. Sein berufliches Interesse für Technik und sein Hobby Tauchen führten ihn bereits in jungen Jahren zur Tauchtechnik. So war er federführend bei der Entwicklung der „Nautica Super 8“ beteiligt, der ersten Unterwasserkamera, die ohne Gehäuse unter Wasser verwendbar war.

Der Mensch Gerhard war es, der ihm zu seiner überragenden Stellung im heimischen Tauchsport verhalf. Seine Liebe zum Tauchsport und zum LTVW war so groß, daß er bis zuletzt trotz größter gesundheitlicher Probleme immer aktiv und immer dabei war und sogar noch die Planungen des LTVW für die nähere Zukunft durchführte. Trotz seiner schweren Krankheit schien er unverwüstlich zu sein.

Seine Freunde und der Tauchsport verloren einen ihrer Besten. Einer wie Gerhard kommt nicht wieder. In dieser Stunde gilt unser besonderes Mitgefühl seiner Witwe Sylvia. Wir trauern um einen wertvollen Menschen, von dem wir in großer Dankbarkeit Abschied nehmen und den wir für immer als liebenswerten Sportkameraden in Erinnerung behalten werden.

Karl Walka

Gf. Vizepräsident des LTVW

 Wien, am 5. November 2004